Science of Breath

Immer mehr wissenschaftliche Forschungen belegen, dass Gesundheit, Lebensqualität und
sogar die Lebenserwartung von unserem geistigen und emotionalen Wohlbefinden abhängen.
Ein neuer Zweig der Medizin bringt Erklärungen darüber, wie unsere Gedanken und Emotionen
die Funktionsweisen des Gehirns, des Hormonsystems und des Immunsystems beeinflussen.
Das geschieht durch chemische Botenstoffe, die Neuropeptide, die bei jeder Gefühlsregung
produziert werden. Diese werden rasch aufgenommen von den Zellen des Immunsystems, des
Hormonsystems und des autonomen Nervensystems und haben somit einen direkten Einfluss auf
deren Aktivität. 

So werden bei Gefühlen wie Liebe, Freude und Begeisterung chemische Botenstoffe produziert,
die das Gehirn, das Hormon- und das Immunsystem positiv beeinflussen. So können Krankheiten
besser abgewehrt werden und der Gesundheitszustand wird allgemein verbessert. Bei Wut,
Angst und Trauer werden Neuropeptide und Hormone produziert, die den Organismus in einen
Stresszustand versetzen. Dauerstress führt zu Beeinträchtigungen des Körpers und der Psyche
und ist eine mögliche Ursache für Krankheiten wie z.B. Asthma, Depressionen, Magengeschwüre,
Herz- und Kreislauferkrankungen und sogar Krebs.

Stressbewältigung

Die yogische Wissenschaft des Atems ist eine 5.000 Jahre alte Lehre zur Förderung der
Gesundheit. Sie hat als erste erkannt, wie Geist, Gefühle die Gesundheit beeinflussen. Eine
der wirksamsten von dieser Lehre abgeleiteten Atemtechniken, die von der Kunst des Lebens
unterrichtet wird, ist die Sudarshan Kriya© (SK). Sudarshan Kriya nutzt spezifische Atemrhythmen,
um Stress zu verringern und die geistige Ruhe wieder herzustellen. Die Art of Living Foundation
hat bisher über 2 Millionen Menschen Sudarshan Kriya und die Pranayamas (SK&P) gelehrt.
In Forschungsinstituten und Kliniken werden deren Auswirkung auf die SK&P-Praktizierenden
mit modernen medizinischen Methoden fortlaufend untersucht. Im Folgenden fassen wir die
wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Forschungsergebnisse

Gehirnfunktion
Um die Langzeitwirkung von SK&P auf die Gehirnfunktion zu untersuchen,
wurden
Hirnstromkurven (EEG) von 19 SK&P Praktizierenden aufgezeichnet, und mit denen von 16
Kontrollpersonen (Ärzten und Wissenschaftlern, die SK&P nicht praktizieren) verglichen. 

SK&P-Praktizierende zeigten eine deutliche Veränderung ihrer EEG-Muster (signifikant höhere
Beta-Aktivität im linken Frontal- und Okzipitalhirn sowie in den mittleren Regionen des Gehirns).
Diese Ergebnisse wurden von Neurologen als Hinweis für ein erhöhtes geistiges Gewahrsein,
stärkere geistige Präsenz der SK&P-Praktizierenden gewertet. Es ist beeindruckend zu sehen,
dass die SK&P-Praktizierenden eine wesentlich höhere Wachheit zeigten als die Kontrollgruppe
von Ärzten und Forschern, deren Beruf doch gerade geistige Wachheit und Präsenz erfordert.

Cortisolspiegel
Mehrere Studien haben eine signifikante Verringerung des Cortisolspiegels durch SK&P belegt.
In einer Studie wurde das Cortisol, auch als Stresshormon bekannt, bei 21 Individuen zwischen
35 und 50 Jahren gemessen – beim Hören klassischer Musik, vor, während und nach SK&P. Bei
Anfängern von SK&P fand man ein leichtes Absinken des Cortisolspiegels beim Hören klassischer Musik, während und nach SK&P jedoch einen signifikant niedrigeren Cortisolspiegel, was darauf
hindeutet, das SK&P zu einer tiefen Entspannung führt. Regelmäßig Übende hatten schon zu
Beginn von SK&P einen wesentlich niedrigeren Cortisolspiegel als die Anfänger, was zeigt, dass
sie im täglichen Leben bereits weniger Stress aufnehmen. Der weitere Abfall des Cortisolspiegels während und nach SK&P Übungen sowohl bei Anfängern als auch Fortgeschrittenen belegt, dass das regelmäßige Praktizieren von SK&P zunehmend Entspannung bringt und weniger empfindlich macht gegenüber Stress.

Lactatspiegel
Der Milchsäurespiegel im Blut (Lactatspiegel) ist ein weiteres biochemisches Maß für erlebten
Stress. Zehn Teilnehmer einer Ausbildungsgruppe von Polizisten wurden vor ihrer ersten
SK&P und danach untersucht (Bekanntlich sind Polizisten täglich intensivem körperlichen
und emotionalen Stress ausgesetzt). Bei allen zehn Probanden kam es nach SK&P zu einem
signifikanten Absinken des Lactatspiegels: Ein zusätzlicher Beleg für die tiefe Entspannung durch SK&P.

Wirkung auf die Immunfunktion
Das Immunsystem schützt uns vor Krankheiten. Die natürlichen Killer-Zellen (NK) sind die
Wächter-Zellen des Immunsystems und sind in der Lage, sowohl Tumorzellen, als auch infizierte Zellen zu zerstören. Die NK-Zellen wurden im peripheren Blut von drei Gruppen gezählt:
Praktizierende von SK&P, gesunde Personen, die nicht SK&P praktizieren und Krebspatienten in der Genesungsphase.
Die Zahl der NK-Zellen war in der SK&P-Gruppe signifikant höher (p<0,001) als in der Gruppe der Nicht-Praktizierenden oder in der Gruppe der Krebspatienten.
Nachdem die Krebspatienten die SK&P erlernt und sie für 3-6 Monate regelmäßig durchgeführt
hatten, ergab sich ein signifikanter Anstieg der Zahl der NK-Zellen
Diese Tatsache ist besonders ermutigend, denn Krebspatienten haben eine extrem niedrige
Zahl von NK-Zellen und man vermutet, dass NK-Zellen für die Abwehr von neuen oder
wiederkehrenden Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen.

Wirkung auf anitoxidative Enzyme
Der menschliche Körper ist immer wieder verschiedenen Umweltgiften ausgesetzt und die Zellen produzieren ständig Nebenprodukte des Stoffwechsels. Beide Faktoren können zur Bildung von freien Radikalen führen. Diese reagieren mit Sauerstoff und verursachen oxidative Schäden, die viele Krankheiten begünstigen können, wie Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen und Schlaganfälle.
Um diesen freien Radikalen entgegenzuwirken, besitzt der menschliche Körper ein Abwehrsystem in Form von antioxidativen Enzymen.
Es wurde eine Studie durchgeführt, um die Wirkung von SK&P auf antioxidative Enzyme
festzustellen.
Dabei stellte sich heraus, dass die Konzentrationen von drei wichtigen antioxidativen Enzymen
- Superoxide Dismutase (SOD), Katalase und Glutathion – in der Gruppe in der SK&P praktiziert
wurde, signifikant höher waren als in der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen, die SK&P praktizieren, einen verbesserten antioxidativen Status und eine verstärkte Abwehr gegen oxidative Schäden haben.

Wirkung auf Cholesterin
Stress ist ein großer Risikofaktor für Bluthochdruck und koronare Herzkrankheiten (KHK). Bei
den KHK, sind es Anlagerungen von LDL-Cholesterin, Fett und anderen Substanzen an den
Arterienwänden, die die Durchblutung des Herzens vermindern oder unterbrechen und so zu
Herzerkrankungen führen.
Es wurde eine Studie durchgeführt, die die Wirkung von SK&P auf den Cholesterinspiegel nach 7 und nach 45 Tagen regelmäßigen Übens untersuchen sollte.
Es wurde ein Absinken des Cholesterinspiegels und des Spiegels von LDL (schädlich), sowie
gleichzeitig ein Ansteigen des HDL (nützlich) beobachtet. Diese Ergebnisse deuten darauf hin,
dass SK&P das Cholesterin-Profil im Blut verbessert und regelmäßiges Üben somit Bluthochdruck und KHK wirksam vorbeugt.

Wirkung bei Depressionen
Es wurde gezeigt, dass SK&P bei der Behandlung von Depressionen, unabhängig von der
Schwere, eine Erfolgsrate von 68% – 73% hat. Dieses Nachlassen der Depression, bestimmt
durch psychiatrische Bewertung und standardisierte psychiatrische Methoden (Beck Depression
Inventory, Hamilton Rating Skala für Depression, u.a.) wurde innerhalb von drei Wochen erlebt.
Bei Nachuntersuchungen nach drei Monaten, zeigten sich die Patienten stabil und auf dem Weg
der Genesung. Bereits veröffentlichte Studien weisen darauf hin, dass SK&P die Hirnmuster von
Patienten normalisiert, Serum Prolaktin ( ein “Wohlfühl-Hormon”) erhöht und ebenso effektiv
ist, wie die üblichen antidepressiv wirksamen Medikamente. Dabei ist SK&P sicher, frei von
unerwünschten Nebenwirkungen, kostengünstig und stärkend für die Persönlichkeit.

Schlussfolgerung:
Die subjektiven Berichte von verbesserter Gesundheit, Vitalität, Wohlbefinden und geistiger
Ausgeglichen-heit von Tausenden SK&P Praktizierenden sind in Einklang mit den modernen
Forschungsergebnissen, welche eine Stärkung des Geist-Körper-Systems bestätigen. EEG,
Cortisolspiegel und Laktatwerte zeigen einen Zustand von Entspannung bei gleichzeitiger
Wachheit an. Die signifikante Zunahme der natürlichen Killerzellen und Antioxidantien legt nahe,
dass regelmäßige Übung vielen ernsten Erkrankungen vorbeugen kann. Die Abnahme von
Cholesterin kann Herzerkrankungen vorbeugen; bei vielen Patienten werden Depressionen schnell
gelindert. Obwohl weitere Forschungen nötig sind, belegen diese Ergebnisse bereits die starke
Wirkung dieser altehrwürdigen Praktiken in der Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit.